Das Malspiel

ist ein Spiel, das ist der Unterschied zur Malkunst

  • Malspiel Chemnitz 02

Das Malspiel- nach Arno Stern, ist ein Spiel- das ist der Unterschied zur Malkunst

Das Malspiel

Das Malspiel ist ein ganz besonderes Spiel, weil es keine Begabung voraussetzt und allen leichtfällt. Jeder kann das Malspiel und die Formulation erleben, denn sie basiert auf den organischen Erinnerungen. Anfänglich ist die Spur noch von der Vernunft geleitet, doch im weiteren Verlauf des Malspieles treten Überlegungen, eigene Ansprüche, Vorstellungen und Erwartungen, die das Malspiel anfangs beeinflussen, mehr und mehr in den Hintergrund, und die spontane Äußerung kann entstehen. Auch der Erwachsene erlangt seine angeborene Spielfähigkeit zurück, die dieses unbeschwerte Erleben ermöglicht.

Wie läuft das Malspiel ab?

Der Mittelpunkt des Malortes ist der Palettentisch. Zwischen ihm, als einem Ort der Begegnung, und der Malwand entsteht eine langsame, pendelnde Bewegung – das Malspiel beginnt.

Die Malspielenden tauchen den Pinsel leicht in Wasser und Farbe ein und begeben sich damit wieder zu ihrem Blatt an der Malwand. Dieser Vorgang wiederholt sich, wenn man neue Farbe am Pinsel braucht oder die Farbe wechseln möchte. Dadurch entsteht ein wunderschöner Tanz – fließende, achtsame Bewegungen, eine angenehme entspannte Atmosphäre.

Wir als Begleiterinnen im Malort, als Malort-Dienende, tragen durch unsere aufmerksame, dienende Rolle zu dieser besonderen Atmosphäre bei. Wir versetzen Reißnägel, versorgen Sie mit Hockern, Leitern oder Kissen, damit Sie in einer entspannten, bequemen Haltung, stehend oder auch manchmal sitzend, malen können. Wir beseitigen Tropfen oder mischen Farben nach Ihren Wünschen – und das alles geschieht ganz selbstverständlich. Denn der Impuls, der die Spur entstehen lässt, darf und sollte nicht unterbrochen werden. Diese Unterstützung steigert das Vergnügen am Malspiel und hat Wohlbehagen zur Folge.

Während einer Malspielstunde können ein oder mehrere Bilder entstehen. Die Möglichkeit, an einem Bild mehrere Wochen zu arbeiten, besteht selbstverständlich auch; denn es gibt keine Vorgaben über Dauer und Inhalte. Bilder dürfen auch wachsen, in die Höhe oder Breite, weitere Blätter können an ein bestehendes angesetzt werden.

Und das wirklich Wesentliche, das Beglückende, im Raume des Blattes Erlebte, entzieht sich dem Sagbaren.  Arno Stern